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Krankheit ist eine spannende Sache. Doch sicherlich nicht der Mittelpunkt des Lebens. Obwohl man sie sehr leicht dazu machen kann. Wie auch immer, Patient F. erlebt die Höhen und Tiefen, wobei er sich im Moment eher in einem Hoch befindet. Und daher auch in der Lage ist, auch andere Dinge zu tun, als sich an der Dialyse auszuruhen.
Da gibt es beispielsweise noch das Amt im Städtchen S., die eigentliche Arbeitsstelle des fleißigen Kulturorganisators. Dort vermisst man Patient F. natürlich ziemlich heftig und weiß auch, dass er zwar wieder kommen will, aber nur für die Hälfte der früheren Arbeitszeit. Daher war die Sorge groß, ob man in 25 Stunden das schaffen kann, wofür man früher 40 Stunden angesetzt hat, pro Woche versteht sich. Lange hat man gerechnet und kalkuliert, Patient F. in Hypnose versetzt, um zu erfahren, ob er nur simuliert und sich vor der Arbeit drücken will. Das Ergebnis war niederschmetternd. Die Krankheit ist echt und die Leistungsfähigkeit des früher so gesunden Mitarbeiters geschwunden. Was also tun?
Ausnahmsweise hat man einmal auf den Rat von Patient F. gehört, der sonst sich den Mund fusselig reden kann, ohne dass es die Kollegen ernst nehmen. Chef R. schwärmte zwar von einer gut aussehenden Touristikfachkraft, jung, willig und fast kostenlos, da mit Hartz IV gesegnet. „Nein!“ sagte Patient F. „So nicht!“. Derartige Ausbrüche sind überaus wirkungsvoll und so hat man kurz entschlossen Künstler Irgendlink aus der beschaulichen Ruhe des einsamen Gehöfts hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Universitätsstadt H., gerissen und ihn flugs beim Amt im Städtchen S. angestellt. Dort beweint er jetzt sein trauriges Schicksal und trauert dem Traum vom Pilgern auf dem Jakobsweg nach. Doch dazu bleibt keine Zeit. Denn auf dem Amt ist immer was los und so ist der Tag von qualvoller Fron geprägt.
Doch keine Untat bleibt ungesühnt. Für den gemeinen Streich, den Patient F. dem armen Künstler gespielt hat, muss er morgen büßen. Denn dann ist eine neue Untersuchung angesagt. Dieses Mal wird man einen Katheder durch den ganzen Körper schieben, bis er auf Umwegen ins schlagende Herz gelangt. Dann füllt man den ganzen Patienten mit radioaktiver Flüssigkeit und beobachtet, was passiert. Zur Belustigung von Ärzten und Krankenschwestern hat man zudem beschlossen, Patient F. über Nacht in der Klinik zu behalten. Was ihn dort erwartet, wird bald in diesem Blog zu lesen sein.
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